32.000 MORDE BIS ZUM 18. LEBENSJAHR
Die Gewalt in Filmen nimmt stetig zu. Laut der kanadischen Organisation Media Awareness Network waren zwei Drittel der 2001 in Hollywood produzierten Filme mit einer Altersbeschränkung versehen. Der Hauptgrund dafür ist der überwältigende Markt für Gewaltfilme weltweit. Actionfilme sind durch ihre einfach gestrickte Handlung und kaum vorhandenen Dialoge besonders einfach zu exportieren. Fans von Actionfilmen sind begeistert von deren schnellem Tempo, deren Spannung und visuellen Effekten. Filme wie Frank Millers Sin City (2005) versuchen dem Actionfilm-Genre eine künstlerische Dimension hinzuzufügen. Kinder nehmen einen bedeutenden Anteil des Actionfilmpublikums ein. Dies führt zu einer weit verbreiteten Besorgnis über die möglichen Auswirkungen von Gewaltfilmen auf Kinder.
Studien haben herausgefunden, dass Kinder bis zu ihrem 18 Lebensjahr im Durchschnitt 32.000 Morde und 40.000 Mordversuche bezeugen. 30% der Jungen, die in einer weltweiten UNESCO Studie über Gewalt in Filmen interviewt wurden, nannten Actionhelden als ihre bevorzugten Vorbilder. Eine Studie der Media Education Foundation – eine gemeinnützige Gesellschaft zur Erforschung der Medien in den USA - fand heraus, dass nicht nur die Quantität der Gewalt in den Medien zugenommen hat, sondern dass diese auch graphischer, sexueller und sadistischer geworden ist. Forscher haben außerdem herausgefunden, dass Kinder direkt nachdem sie gewalttätige Medieninhalte gesehen hatten, physisch und verbal aggressiver waren, und dass aggressive Kinder und Teenager öfter Gewaltfilme sehen als andere Kinder oder Teenager in ihrem Alter, die weniger aggressiv sind.
Andererseits gibt es keinen endgültigen Beweis für die direkte Verbindung zwischen dem Konsum von Gewaltfilmen und gewalttätigem Verhalten. Und viele Menschen vertreten die Meinung, dass Gewaltfilme nicht Gewalt erzeugen, sondern eine immer gewalttätigere Realität widerspiegeln. Es ist jedoch erwiesen, dass Altersbeschränkungen Kinder nicht davon abhalten, Gewaltfilme zu sehen. Das Internet zum Beispiel erleichtert es jungen Menschen bedeutend, diese Beschränkung zu umgehen. Aber was wäre die Alternative? Die Entfernung der Gewaltfilme von der Leinwand würde eine Einschränkung der künstlerischen Freiheit bedeuten und erwachsene Zuschauer würden einer Filmgattung beraubt, für die es eine überwältigende Nachfrage gibt, wie der Markt gezeigt hat.
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